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Wussten Sie, dass die erste Weihnachtskrippe in Greccio, einer kleinen Stadt in Italien, aufgebaut war – im Jahr 1223? Nach der Mitternachtsmesse waren die Gottesdienstbesucher aus der Stadt hinaus geführt worden – von einem barfüßigen und ärmlich gekleideten Mann, den alle den „Poverello“, den kleinen Armen nannten: Franz von Assisi. Er hatte diese erste, lebendige Krippe zusammengestellt und damit das Geschehen im Stall von Bethlehem nachempfunden, damit es die Menschen mit Augen und Ohren in sich aufnehmen konnten. Wir Menschen sind nun einmal Sinneswesen. Was wir sehen, hören, riechen und fühlen, prägt sich uns besser ein. Deshalb haben Krippendarstellungen ihren Zug um die ganze Welt angetreten – von den mittelalterlichen Schnitzaltären in den Kathedralen und Kirchen hinein in die Wohnungen, von Alaska bis Feuerland und von Lateinamerika bis Asien. Und wenn dabei die Heilige Familie die Hautfarbe des jeweiligen Landes repräsentiert, dann wird deutlich, was schon der Barockdichter Angelius Silesius (1624-1677) in Verse gekleidet hat: „Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir: du bleibst doch ewiglich verloren…“

Im Obergeschoss der Tenne findet zum Adventsmarkt wieder eine Krippenausstellung statt, die von Mitgliedern des Münchner Krippenvereins gestaltet wird. Dabei sind auch bereits restaurierte Teile der Fürstenfelder Krippe zu sehen, die der Werkstatt des berühmten Bildhauers und Krippenkünstlers Sebastian Osterrieder (1864-1932) zugeschrieben. Osterrieder war Schüler des Bildhauers Adolf von Hildebrand und hatte wie dieser in Neapel die Kunst der italienischen Krippenbauer studiert.


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