Zum Advent gehören viele Bilder und Dinge voller Symbolkraft. So erinnern Äpfel an das verlorene Paradies, Nüsse bergen das Geheimnis des göttlichen Willens. Die harte Schale der Nuss steht für die Krippe, der Kern für Christus. Ihre bittere Schale ist Sinnbild für das Leiden und den Tod. Das Backen für Weihnachten geht auf die Zeit der sog. Gebildbrote zurück: besonders geformtes Gebäck wie Brezeln, Hörnchen, Kringel u. a. m. Auch Lebkuchen und Spekulatius gehören dazu. Gebildbrote waren ursprünglich Opfer- oder Totenspeise, die zu bestimmten Anlässen gefertigt und verzehrt wurde, um die Götter oder Geister versöhnlich zu stimmen. Selbst der Stollen ist nichts anderes als ein Bild für das gewickelte Kind. Der Adventskranz erscheint zum ersten Mal im "Rauhen Haus" in Hamburg, einer Anstalt zur Betreuung gefährdeter Jugendlicher, wo der evangelische Pfarrer Heinrich Wichern 1839 Adventsandachten für Bedürftige einführte. Während der Gottesdienste brannten auf einem mit Tannengrün geschmückten Holzreifen bis zu 28 Kerzen - je eine vom 1. Adventsonntag bis zum 24. Dezember. Die vielen Kerzen reduzierten sich später auf vier, für jeden Adventsonntag eine. Die so entstandenen Kränze hielten nun auch in kleineren Gemeinschaften wie Familie und Schule Einzug. Auch der Adventskalender geht ins 19. Jahrhundert zurück. Er soll den Kindern die Zeit des Wartens verkürzen. Wurden zunächst 24 Gebäckstücke aufgegessen, 24 Kreidestriche einer nach dem anderen weggewischt oder 24 Bilder auf einem Bogen zusammengefügt, erscheint 1920 der erste Kalender mit Türen. Eine Alternative zum Adventskranz ist im alpenländischen Raum der Paradeiser - ein pyramidenförmiges Gestell aus Stäben, mit Tannengrün umwickelt und in vier Äpfel gesteckt. Grundfläche ist ein Dreieck mit je einer Kerze in den Ecken, die vierte Kerze steckt auf der Spitze der Pyramide. In allen Kulturen und Religionen symbolisiert der Baum das Leben - ob Maibaum, frische Birken an Fronleichnam oder der immergrüne Baum zu Weihnachten. Die Kerzen am Christbaum nehmen die weihnachtliche Lichtsymbolik auf: Jesus Christus ist das Licht der Welt (Joh 8,12). Der Schmuck des Christbaums erinnerte ursprünglich an den Paradiesbaum, den Platz der Äpfel haben heute vielfach die Kugeln übernommen. Das Rot der Äpfel bzw. der Kugeln verdeutlichte dabei den Zusammenhang von Weihnachten und Ostern, von Krippe und Kreuz: Das Grün des Lebens vermischt sich mit dem Rot des am Kreuz vergossenen Blutes. Die vielen Sterne, die sich mit der Advents- und Weihnachtszeit verbinden, gehen im Grunde auf den einen Stern zurück, der den Magiern aus dem Morgenland, den Heiligen Drei Königen, den Weg nach Bethlehem gewiesen hat. Und der Stern symbolisiert gleichzeitig Christus selber: Ein Stern ist aufgegangen, ein Stern aus Jakobs Haus… |